Schnipp Schnapp Haare ab

Weg ist meine Mähne. Schon seit etwa zwei Wochen. So kurz wollte ich es gar nicht haben. Es ist immer noch komisch, obwohl ich mich langsam daran gewöhne. Styling dauert länger als früher, da ich mit einem Glätteisen ran muss. Ungestylt sieht es richtig kacke aus, da ich Naturwellen habe. Und beim Sport hab ich ein Problem, da ich keinen Zopf mehr binden kann. Eine gute Idee war das nicht. Dass Männer eher auf lange Haare stehen, wusste ich vorher schon, es war mir egal. Ich wollte mal was Neues ausprobieren. Dauert jetzt nur noch anderthalb Jahre oder so bis ich die alte Länge wieder habe.

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Der Soldat (Teil 2)

Da der Soldat nicht eine Woche warten will, bis wir uns wieder sehen und ich auch nicht, schaufel ich mir einen Abend frei obwohl ich aktuell sehr wenig Zeit habe, da ich einen Monat lang abends und am Wochenende auf einer Art Fortbildung bin. Das geplante Treffen muss ich um einen Tag verschieben, er reagiert sehr nett und verständnisvoll und schließlich verbringen wir einen schönen Abend zusammen in einer Bar. Ich finde ihn immer noch sehr sympathisch. Optisch ist er aber immer noch nicht so ganz mein Fall, ich weiß noch nicht, ob er wirklich attraktiv ist für mich oder nicht (obwohl ich ihn gleichzeitig schon anziehend finde da er so männlich wirkt und sympathisch ist). Und so ganz den gleichen Horizont haben wir leider auch nicht. Bei dem Gedanken fühle ich mich wie ein Miststück. Aber es hilft alles nichts, es ist eine Tatsache. Außerdem haben wir jetzt beide normale Klamotten an, beim ersten Date waren wir ja Joggen. Er trägt ein Shirt mit komischem Kragen und so eine Jeanshose mit dicken bunten Nähten. Bisschen prollig. Aber ich kann nicht oft genug betonen, wie nett ich ihn finde, es macht Spaß sich mit ihm zu unterhalten und das ist die Hauptsache. Er hat zwei Tattoos. Ein Tribal am Arm und das andere ist im Shirt nicht sichtbar am Rücken, er erzählt aber dass es chinesische Schriftzeichen sind. Aua. Jugendsünden aus den 90ern vermutlich. Ich streiche über das Tattoo am Arm und wir fassen uns kurz an den Händen. Fühlt sich gut an nur so ganz wohl ist mir nicht, denn ich merke, dass er mich toller findet als ich ihn. Wir verabschieden uns bis nächsten Samstag, da nimmt er mich zu diesem Elektrodentraining mit. Seitdem schreibt er oft und regelmäßig. Immer sehr nett. Ein bisschen zu oft und zu viel des Guten. Dass er mich toll findet. Wortwörtlich. Dass er mich nicht aus dem Kopf bekommt. Es tut gut zu spüren, dass mich jemand auf ein Podest hebt, gleichzeitig erzeugt es Unbehagen. Gestern war ich genervt. Ich sagte ihm dass ich müde sei und schlafen möchte, er hingegen versuchte trotzdem den Chat am Laufen zu halten mit lauter Fragen. Welche Musik hörst Du? Bist Du Kinofan? Kannst Du auch nicht schlafen? usw. Ich antwortete immer knapper und irgendwann gar nicht mehr. Bin gespannt wie das endet, denn ich mag ihn. Wirklich. 

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Der Soldat (Teil 1)

In den letzten Wochen hatte ich Tinder kaum geöffnet, mit den Matches lief es zwar sehr gut, aber zu viele Deppen waren unterwegs und zu viele Chats verliefen im Sande oder waren einfach nur doof. Das letzte Date mit einem Tindermann ist ca. vier Wochen her. Letztes Wochenende habe ich zwar eine Telefonnummer eingesteckt beim Feiern, aber der Typ lebt leider ganz woanders, insofern war das ziemlicher Nonsense. Dennoch ein gutes Gefühl, dass auch offline noch was gehen kann, denn Tinder geht mir echt auf den Zeiger in letzter Zeit.

Heute Morgen war ich jedoch sehr früh wach und konnte nicht mehr weiterschlafen. Die letzte Woche war im Job mega anstrengend gewesen und ich noch ziemlich aufgedreht. Also hatte ich nichts besseres zu tun, als im Bett liegend ein bisschen hin und her zu wischen. Ein neuer Match schrieb mich gleich an, der Soldat. Optisch kein Volltreffer aber die Bilder und sein Profiltext wirkten sehr sympathisch. Der Chat entwickelte sich ausgesprochen nett. Er schaffte es sogar , mehrere gut formulierte Sätze am Stück zu schreiben, das kommt ja bei Tinder nicht mehr so häufig vor. Er wollte Joggen gehen am Vormittag und kurzentschlossen fragte ich ihn, ob er mich mitnimmt. Mein Wochenende war schon sehr vollgepackt, für ein richtiges Date hätte ich keine Zeit gehabt, aber zum Sport wollte ich ohnehin. Also warum nicht zusammen ein paar Runden drehen? Er war begeistert von meinem Vorschlag, ich schrieb ihm, dass ich extra meine neue Sporthose für ihn anziehen würde und er freute sich, dass die Klamottenfrage somit geklärt war. Wir trafen uns im Stadtpark, er wartete schon auf mich. Der sympathische Eindruck aus dem Chat bestätigte sich, wir trabten los und hatten keine Mühe gleich eine flüssige Unterhaltung zu beginnen. Er war keine Schönheit, wirkte aber vom Auftreten her und bedingt durch seine Statur (1,90 m) sehr männlich. Ich fand ihn anziehend und er war auch sehr rücksichtsvoll, da er sein Tempo meinem anpasste.

Nach etwa 10 Minuten musste ich plötzlich dringend aufs Klo. Mist, da hätte ich doch nicht so viel Tee trinken dürfen zuvor. Joggen während die Blase drückt, ist äußerst unangenehm, auch wenn mein Beckenboden ganz gut trainiert ist, ich musste eine Lösung finden irgendwie bevor was schief lief. Zum Glück kamen wir an einer Gartenwirtschaft vorbei, die zwar noch geschlossen hatte, der Besitzer, den ich zufällig kenne, räumte gerade aber draußen die Tische auf, so verschwand ich kurz für eine kleine biologische Pause. Wir trabten weiter durch die Natur und es war sehr locker und unterhaltsam mit ihm. Er hatte einen Schrittzähler und ich fragte ihn wie weit wir seien. Er sagte „wir sind bei km 6“. Ich verstand ihn nicht und fragte nochmal nach „was, wo sind wir?“. Er wiederholte es und grinste „Nein, beim Sex sind wir noch nicht, aber bei Kilometer 6“. Okeeee, sehr lustig, ich überhörte es, da mir nichts Schlagfertiges einfiel, aber ja, Sex mit ihm klang gut. Ich konnte mir vorstellen, dass es zwischen uns passen könnte und auch dass er wusste was im Bett zu tun ist, und auch vorher. Ich mag es, wenn ich mir keine Gedanken machen muss, wie wo was einzufädeln ist, sondern einfach nur mitmachen muss. Er wirkte wie ein reifer, erwachsener Mann, der weiß wo es lang geht, ein gewisses Standing im Leben hat und die Führung übernehmen kann. Das gefiel mir. Nach etwa 7 km schlug ich vor, dass wir noch einen Kaffee trinken gehen könnten. Er hatte kein Geld dabei, aber ich, und so sagte er „ok, machen wir, dann zahlst Du, aber das heißt, wir müssen uns mindestens noch einmal treffen, damit ich mich revanchieren kann“. Das fand ich gut, den Gedanken, ihn nochmal zu treffen.

Wir tranken unseren Kaffee im Joggingdress, und währenddessen verabredeten wir uns für ein EMS Probetraining. Das sind diese Studios wo man mit Elektroden verkabelt wird und dann 20 Minuten lang irgendwelche Übungen macht. Er ging einmal pro Woche in so ein Studio und fragte mich, ob ich mal mit will. Wir vereinbarten, dass er für kommenden Samstag einen Termin für uns im Studio macht. Mir wurde langsam kalt und wir verabschiedeten uns. Als ich zu Hause war, hatte ich schon eine Nachricht von ihm:

Wir wechselten zu Whatsapp und jetzt schreibt er mir dies und jenes, fast schon einen Tick zu viel. Mal sehen, wie es weiter geht. Momentan sieht es ganz gut aus :). Das war das netteste Date seit einer gefühlten Ewigkeit! Und scheinbar findet auch ein blindes Huhn wie ich mal ein Korn 😉

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A night to remember

Wir zogen zu viert los, zunächst zu einem Nachtflohmarkt in unserer Stadt. Vier Mädels, zwei vergeben und zwei Singles. Ich hatte nicht vor, lange zu bleiben, da ich am Abend zuvor schon unterwegs war bis drei Uhr nachts und schlecht geschlafen hatte. Ich trug einen Minirock, meine neuen Sandalen und ein relativ sportliches Top, keine so tolle Kombination aber mein Schrank gibt leider wenig her zur Zeit. (Ich brauche dringend Oberteile zum Weggehen, ich habe viel zu wenig schicke und auch zu wenig coole Sachen, da brauche ich gar nicht über die ganzen Jack W0lfsk1ns zu lästern). Wir schlenderten über den Flohmarkt, stöberten in Krimskrams und Büchern, probierten alte Lederjacken an und ich hatte Glück, denn an einem Stand mit Klamotten fand ich auf Anhieb ein sehr schönes  schwarzes Top mit Glitzer für 2 Euro, welches mir wie angegossen steht. Ich behielt es gleich an und fühlte mich nun viel besser angezogen.

Wir zogen weiter mit dem Auto in die Nachbarstadt und gingen auf der Ausgehmeile in die erste Bar. Dort gab es so einen eklatanten Frauenüberschuss, dass wir den Laden gleich wieder verlassen mussten und dann landeten wir in einer stadtbekannten Kneipe. Wir stellten uns an die Theke und ich ließ meinen Blick schweifen, zwei Jungs lachten mir zu, einer war bald darauf verschwunden, mit dem anderen warf ich ein paar Blicke hin und her, bis auch er nicht mehr zu finden war. Zwei Mädels aus unserer Gruppe verabschiedeten sich, meine Freundin Anna und ich wollten noch bleiben. Ich war zwar wie erwartet recht müde und auch schon angetrunken, blieb aber Anna zuliebe, da sie eine relativ weite Anfahrt hatte und extra wegen mir mitgekommen war. Anna ist eine sehr attraktive und charismatische Person, sie strahlt zu 99% der Zeit und ihr Lachen ist einfach entwaffnend und mitreißend. Innerhalb kurzer Zeit standen zwei Jungs vor uns und quatschten uns an. Ganz offensichtlich wollte der eine nur mit Anna reden, der andere versuchte mich währenddessen in ein Gespräch zu verwickeln. Er war 23 und schätzte mich 10 Jahre jünger als ich wirklich bin. Als ich ihm mein Alter verriet, fiel ihm das Gesicht herunter und er schaute mich mit weit aufgerissenen Augen entsetzt an: „Aber das hier ist eine Studentenkneipe, was macht ihr denn hier?“ Mit Betonung auf „macht“. Äh ja, korrekt, wir waren in einer Studentenkneipe. Mir war bisher nur noch nicht so ganz bewusst gewesen, dass ich rein biologisch gesehen durchaus schon Mutter eines Bachelorstudenten sein könnte, gefühlt war mein Studium erst gestern gewesen, die Zeit ist eine alte Bitch und die Studenten werden immer jünger. Als wir den Jungs verklickerten, dass wir vergeben sind (was bei Anna auch zutrifft) wendeten sie sich erschrocken von uns ab und verschwanden. Anna zuckte mit den Schultern, setzte ihr mitreißendes Lachen auf und wies mich darauf hin, dass man in Tschechien, der Heimat ihrer Eltern solche Jungs „Häschen“ nennt und dass ich mich an die Häschen halten sollte, denn ein jüngerer Mann würde mir gut stehen.

Der Meinung war ich auch und bestellte noch einen doppelten Espresso zum wach werden während Anna sich überlegte, wo wir als nächstes hinziehen könnten. Die Nacht war schließlich noch jung. Ich jammerte ein bisschen rum, dass ich schon wieder so lange keinen Sex mehr gehabt hatte, also schleppte Anna mich in einen Irish Pub, in dem sie früher viele Typen aufgerissen hat zu ihrer Single Zeit. Es war bumsvoll, stickig, und voll mit Männern um die 50, die auch schon mal bessere Zeiten erlebt haben müssen, außerdem stank es nach Bierfurz. Ich hatte wenig Lust zu bleiben, aber Anna holte schon Drinks für uns an der Bar. Es spielte eine Live Band, und zwar gar nicht mal schlecht. Wir fingen an zu tanzen und Anna zog die Männer an wie Magneten und ich erstaunlicherweise auch, nachdem ein Kerl mich darauf hinwies, dass ich ein sehr abweisendes Gesicht machen würde und mal lächeln soll, was ich dann auch tat. Es waren doch auch ein paar jüngere Männer unterwegs, diese waren auch größtenteils nett, witzig und höflich, wir bekamen einen Drink nach dem anderen spendiert und flirteten und tanzten als ginge es um unser Leben. Die Band spielte rockige Songs und ich habe schon lange nicht mehr so ausgelassen getanzt und mitgegrölt. Ein jüngerer Kerl näherte sich. „Du, entschuldige bitte dass ich Dich anspreche, aber wir haben uns gerade gefragt wie alt ihr seid und ich habe getippt, dass Ihr nicht älter als 28 seid.“ Ich schüttele den Kopf. „Oh sorry, habe ich Dich zu alt eingeschätzt, das tut mir sehr leid“. Ich schüttele wieder den Kopf. „Was, Du bist älter? Aber sicher nicht älter als 30, oder?“ Diese Jungs heutzutage sind so charmant und das Kneipenlicht so vorteilhaft.

Wir trinken und tanzen und trinken und flirten und plötzlich geht das Licht an, die Stühle werden hochgestellt und ich hänge in den Armen eines großen (groß = riesig) bärtigen Iren. Ein Berg von Mann. Ein richtiger Bär, zwar mit kleinem Bauchansatz und an sich mag ich ja keine Schamhaare im Gesicht, aber solche Bären finde ich trotzdem manchmal sehr sexy. Und noch dazu Ire. Ein Ire im Irish Pub im Ausland ist wohl so selten zu finden wie ein Zitronenfalter der Zitronen falten kann. Er war zu Besuch bei einem Kumpel, der seinen Junggesellenabschied feierte, aber die Kumpels waren schon alle weg. Der Akzent des Iren war ein Alptraum, ich verstand kein Wort von dem was er sagte und verabschiedete mich. Draußen vor dem Laden nahm mich jedoch Anna beiseite. „Hast Du nicht gesagt, Du brauchst mal wieder Sex? Nimm ihn mit heim. Morgen fliegt er sowieso wieder nach Hause, also was hast Du zu verlieren?“ Ich drehte mich um und hinter mir stand mein Irish Man. Ich fragte, wo genau er untergebracht sei und er sagte „Let’s go to your place!“ Ich war mir noch nicht sicher, der Mann war zwei Mal so hoch wie ich und sicher drei Mal so schwer, wollte ich ihn wirklich mit zu mir nehmen? Wir hatten uns noch nicht mal geküsst. Vielleicht erstmal eine Runde um den Block laufen? Alle anderen Läden hatten schon zu. Ich begleitete ihn zu seiner Unterkunft, wir mussten sicher 20 Minuten bis dahin laufen, unterwegs nahm er meine Hand und küsste mich immer wieder kurz auf den Mund und sagte mir wie schön er mich findet. Wir machten Späße und er brachte mir die irische Aussprache bei. Die Hauptstadt heißt Duuuuublin, nicht Dablin. Ich fand seine Größe und seine ganze Erscheinung sehr attraktiv und ich mochte auch seinen Geruch. Irgendwie knutschten wir aber nicht richtig. Er gab mir kleine Küsse auf den Mund und setzte auch ein bisschen seine Zunge ein, wandte sich dann aber immer wieder ab. Schließlich entschied ich, ihn doch mit zu mir nach Hause zu nehmen, ich fand ihn sexy und wenn wir es erstmal gemütlicher hatten, würde schon noch die Post abgehen. Hoffentlich.

Wir liefen also weiter zu mir nach Hause, ich mixte uns zwei Drinks, er verschwand auf dem Balkon um eine zu rauchen. Igitt. Das hatte ich zuvor ja gar nicht mitbekommen, dass er rauchte, aber egal. Dann setzte er sich auf mein Sofa, leider etwas ungeschickt auf die kurze Seite sodass ich mich gar nicht neben ihn setzen konnte sondern ums Eck auf der langen Seite Platz nehmen musste. Ich zog meine Schuhe aus und kuschelte mich neben ihn in die Ecke und er legte den Arm um mich. Wir führten ziemlich zähen Small Talk, ich wollte eigentlich endlich anfangen zu knutschen und so weiter, er machte aber nicht so richtig mit und war total passiv. Er streichelte mich nicht mal über den Arm oder sowas, gar nichts. Immer wieder gähnte er, also fragte ich ihn ob er müde sei. Sure sei er müde, schließlich war es ja halb 5 Uhr morgens. Kein Problem, ich bot ihm an, ein Taxi zu rufen, dann könne er schlafen gehen. Nein nein, er wolle bleiben, sagte er und wiederholte zum zigsten Mal wie schön er mich findet, schaute mich dabei aber kaum an und gähnte schon wieder. Nun ja, so allmählich wurde das alles ein bisschen zäh. Mich beschlich das Gefühl, dass er nur in Ruhe bei mir pennen wollte, statt mit seinen besoffenen Kumpels zu siebzehnt auf einer Matratze. Und ganz ehrlich, ich bin zwar sexuell frustriert und hatte es bitter nötig, aber so komplett alleine wollte ich die ganze Arbeit nun auch nicht unbedingt machen, geschweige denn jemanden erst aufwändig motivieren müssen. Ich unternahm trotzdem einen letzten Versuch, mit ihm richtig zu knutschen, er bekam aber kaum den Mund auf. Dafür griff er mir plötzlich und ziemlich unvermittelt unter den Rock und kniff mich zwischen den Beinen. Aha. Jetzt weiß ich ungefähr was gemeint ist mit „you can grab them by the pussy“. Irishman grabbed me by the pussy!! And I was neither excited nor very amused about it. Mir reichte es, ich griff zum Telefon und rief ein Taxi und dann war ich auch noch so nett und ging mit ihm raus um dem Taxifahrer zu sagen, wo er ihn hinbringen sollte. Zufrieden ging ich wieder die Treppe hoch in meine Wohnung. Ich fühlte mich ein klein wenig schlecht wegen der Aktion, aber das Schöne am älter werden ist wirklich, dass man besser unterscheiden kann, welchen Mist man nun mitmachen muss und welchen nicht und es sich auch leichter durchziehen lässt. Mit Anfang 20 hätte ich wohl ausgeharrt und hätte schlaflos neben einem schnarchenden Saftsack gelegen, ihm am nächsten Morgen noch Frühstück gemacht und gehofft dass ich die Bude bald von seinen Blähungen befreit bekomme. Ich betrachtete mich beim Zähneputzen im Spiegel und ich muss sagen, ich sah wirklich heiß aus an dem Abend. Das 2 Euro Oberteil vom Flohmarkt war ein echter Glücksgriff.

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Herbstupdate

Männertechnisch ist mal so richtig tote Hose zur Zeit (im wahrsten Sinne des Wortes). Etwa alle 2 Wochen habe ich ein Date, die letzten 4-5 waren jedoch nicht wirklich erwähnenswert, daher habe ich im Moment auch nicht so viel Lust was darüber zu schreiben. Entweder waren die Dates gänzlich uninteressant bis langweilig oder die Kategorie „netter, guter Mann, den ich aber trotzdem nicht interessant finde“, was mich jedesmal mit dem schlechten Gefühl heim gehen lässt, dass es verdammt nochmal doch an mir liegen muss, warum hier so lange nichts passiert. Aber ich kann mich nicht zwingen, es hilft alles nix. Man muss die eigenen Gefühle respektieren, sonst nimmt es ohnehin kein gutes Ende …

Ansonsten ist Tindern sehr zäh geworden. Ich bin immer noch Power User und schmeiße die App nahezu täglich an, jedoch mehr als Zeitvertreib und als Entertainment denn in der Hoffnung, da wirklich noch jemand Interessantes zu finden. Zwischendurch hatte ich mal einen richtig guten Lauf und hatte viele Matches mit attraktiven und interessant wirkenden Männern, von denen mich auch einige angeschrieben haben. Die Chats verlaufen aber oft im Sande, weil man entweder nur langweiliges, uninspiriertes Zeug schreibt oder aber die Männern antworten irgendwann nicht mehr, obwohl man sich sehr unterhaltsam und/oder witzig ausgetauscht hatte. Ehrlicherweise muss ich auch gestehen, dass ich selbst auch schon mal nicht mehr antworte, wenn mir der Chat auf den Sack geht oder sich jemand offensichtlich nichtmal eine Minute Mühe gibt, auf Fragen einzugehen oder das Gespräch am Laufen zu halten sondern nur zusammenhangloses Zeug schreibt. Leider haben mich in letzter Zeit auch einige Männer blöd versetzt oder haben das angedachte Treffen als Unverbindlichkeit aufgefasst, und es noch nicht mal für nötig gehalten, eine Absage zu schicken. Darüber habe ich mich aber schon mal ausgelassen. Das nervt, weil ich finde, so sollte man nicht miteinander umgehen. Sowas habe ich zu früheren Tinder Zeiten auch nicht erlebt in der Form. Die Leute scheinen langsam der App überdrüssig geworden zu sein und die Sitten verfallen allmählich. Ich will aber gar nicht jammern oder mich beschweren, es gibt ja durchaus auch die „guten“ Männer, nur leider war lange keiner mehr dabei, den ich für mich anziehend fand. Ansonsten gehe ich viel aus und schaue mich auch offline um, das ist aber auch mühselig und ich nerve mich selbst, wenn ich immer so in „hab acht“ Stellung durch die Gegend laufe, damit ich bloß keine Gelegenheit verpasse, es könnte ja irgendwo ein Mann für mich sein. Das ist ganz schön anstrengend.

Alles in allem geht es mir sehr gut, auch wenn ich sexuell manchmal immer noch total frustriert bin. Ich akzeptiere es aber so langsam, dass es das Schicksal wohl so will, dass ich trotz aller Bemühungen noch nichtmal in der Lage bin einen passenden Liebhaber zu finden und ich daher unberührt mein Dasein fristen muss. Es gibt Schlimmeres. Und zwar diese seltenen aber fiesen Momente der Sehnsucht nach Bindung und Zweisamkeit. Nachdem ich den Australier wieder getroffen hatte, war es ganz schlimm. Zum Glück habe ich das nicht so oft. Wenn es eine Pille gegen Sexmangel und Sehnsucht gäbe, wäre es wunderbar, dann wäre mein Leben perfekt!

Also konzentriere ich mich auf Job, Freunde und Familie und mache viel Sport, ich erlebe viel und bin viel unterwegs, ich liebe das Leben das ich führe. Meistens habe ich so viel zu tun, so komme ich gar nicht viel zum Grübeln. In nächster Zeit sind auch ein paar Reisen geplant, da freue ich mich richtig drauf. Unter anderem eine Pauschalfernreise mit meiner Mutter. Ich habe noch nie eine Pauschalreise gemacht und war als Erwachsene auch noch nie mit meinen Eltern weg! Meine Mutter möchte aber schon seit längerem eine Fernreise machen, mein Vater hat aber noch nie so richtig Lust drauf gehabt und nun ist er ohnehin gesundheitlich sehr angeschlagen, sodass fraglich ist, wie er den langen Flug, den Klimawechsel und die fremden Speisen so vertragen wird. Ihre Freundinnen wiederum verreisen alle mit ihren Männern und da will sie nicht das 5. Rad am Wagen sein. Also haben mich meine Eltern so lange bequatscht, bis ich zugestimmt habe. Jetzt bin ich die alte Jungfer, die sich mit Mutti auf Pauschalreise ein Doppelzimmer teilt :). Toll, nicht? Bin sehr gespannt wie es wird und freue mich auch darauf, mal alleine mit meiner Mutter zu sein und sie so vielleicht auch mal anders kennenzulernen. Das ist das Gute am Single sein. Man hat mehr Zeit für sich und mehr Zeit, andere Beziehungen zu Familie und Freunden zu intensivieren.

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Auf den Punkt gebracht 

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Australisches Comeback

Oh yes der Australier ist wieder in Deutschland. Nachdem er auf FB irgendwann vor ein paar Monaten Bilder von sich und seiner neuen Liebe (eine deutsche Studentin) gepostet hatte, musste ich ihn entfreunden, denn das war mir zu viel, es tat weh. Nun ist er wieder in Deutschland für ein paar Monate, unsere gemeinsamen Freunde hatten es mir erzählt. Prompt hatte er sich letzte Woche gemeldet und gestern zogen wir gemeinsam um die Häuser. Er war kein guter Wing Man, denn ich finde ihn immer noch hot und er mich fürchte ich auch. Seine Freundin ist nicht mehr seine Freundin, trotzdem bin ich eifersüchtig irgendwie. Ich hätte ihn nicht treffen dürfen, es hat mir nicht gut getan, wir können keine Freunde sein, ich kann das nicht. Und nochmal unsere Liebe aufwärmen will ich nicht, denn in ein paar Monaten ist er wieder weg und hat auch diesmal nicht vor, hier zu bleiben. Heute war kein leichter Tag, ich war ziemlich deprimiert. Zur Ablenkung ein bisschen Tinder. War sehr heilsam, denn prompt fand ich sein Profil … Nein, wir haben keine gemeinsame Zukunft und das gemeinsame Abenteuer lässt sich nicht wiederholen. Ich darf nicht mehr hadern, egal wo er gerade ist, ob hier oder in Down Under – es ist vorbei.

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