Musste gerade so herzlich lachen …

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Herr Knubbelnase (Teil 2)

Ich verabrede mich also mit Mr. Nase für unser zweites Date zum Film schauen bei ihm zu Hause, ohne wirklich Lust darauf zu haben. Ich denke ständig an den Tänzer und male mir alles mögliche aus, wie es mit uns weitergehen könnte. Die Gründe, warum ich mich trotzdem nochmal mit Mr. Nase verabrede, habe ich im letzten Beitrag geschildert. Ich möchte zudem auch ein bisschen innerlich runter kommen vom Tänzer, denn ich habe das Gefühl, dass ich ohne plausiblen Grund hohl drehe, einfach weil ich endlich jemanden getroffen habe, der mich genauso anziehend findet wie ich ihn, dabei aber ausblende, dass wir kaum miteinander gesprochen haben und dass die Rahmenbedingungen denkbar ungünstig sind. Ich projiziere aktuell vielleicht doch viel zu viel rein in diese Begegnung aufgrund meiner tiefer liegenden Sehnsüchte …

Der Abschied beim ersten Date mit Mr. Nase war leider nicht besonders glücklich verlaufen (wofür wir beide nichts konnten, ich bin ja mitten in der Nacht gegangen, weil wir beide nicht schlafen konnten und es war unter der Woche), danach hatten wir kaum Kontakt. An sich lief aber alles gut bei dem Date, daher will ich der Sache noch eine Chance geben, auch weil ich denke, falls das mit dem Tänzer schief läuft, werde ich es bereuen, dass ich mich so auf ihn fixiert habe. Blöder Gedanke, ich weiß. Es fühlt sich nicht richtig an, Mr. Nase zu treffen und als ich vor seinem Haus stehe, möchte ich am liebsten umdrehen und gehen. Gleich zur Begrüßung will er mich küssen, das ist mir zu viel und zu schnell und ich sage nur, dass ich erstmal ankommen muss und ne Minute brauche zum warm werden.

Den Film starten wir gar nicht, wir trinken den Schampus, den ich mitgebracht habe und unterhalten uns. Er redet wieder gefühlt die ganze Zeit, wie beim ersten Date auch, und ich lasse ihn reden bzw. stelle Zwischenfragen. Erst frage ich ihn, woher die ganzen antiken Möbel und Bilder aus seiner Wohnung stammen und er erzählt mir die Geschichten dazu, dieses Teil aus Venedig von einem alten Palazzo, die alte Ladentheke aus Marseille, das Bild an der Wand aus Zürich usw. Seine Wohnung sieht wirklich aus wie ein Museum, ich habe bei Leuten in meinem Alter noch nie so eine Wohnung gesehen. Dann dreht sich das Gespräch hauptsächlich um seine Tochter, was ich sehr interessant und spannend finde. Er erzählt von dem Kampf, den er über Anwälte, Jugendamt und Gericht ausgefochten hat, um überhaupt Kontakt und dann später das geteilte Sorgerecht und längere Phasen des Umgangs mit seiner Tochter zu bekommen. Seine Geschichte klingt hart, auch wenn er alles sehr sachlich vorträgt, er stellt sich überhaupt nicht als Opfer dar oder so. Ich bin beeindruckt, dass er all die Jahre nicht aufgegeben hat und so hartnäckig war. Er betont auch nochmals, wie erfüllend er es findet, Vater zu sein und dass das Mädchen sein ein und alles sei. Dann versucht er wieder sich anzunähern, ich kann es nicht zulassen und blocke ab. Ich denke es war natürlich hauptsächlich weil ich keinen Kopf frei hatte für ihn, bin mir aber auch nicht wirklich sicher, ob ich ihn überhaupt noch wirklich anziehend fand. Er fragt, was los sei. Dann gestehe ich ihm, dass ich jemand anderen kennengelernt habe zwischenzeitlich.

Er reagiert gut, sehr verständnisvoll und ich bleibe noch eine Weile bei ihm. Wir tauschen uns aus über Partnerschaft und Partnersuche im allgemeinen und Tinder im besonderen. Dann sprechen wir auch über unser erstes gemeinsames Date und wie wir uns gegenseitig so fanden, welche Eindrücke wir voneinander hatten. Er fragt mich z.B. auch, wie ich es fand, dass im Schlafzimmer ein Kinderbett steht und ich sage ihm, dass ich es nur blöd fand, dass er beim Sex gefragt hatte, ob ich sowas öfters mache. Er gesteht, dass er ein schlechtes Gewissen hatte, dass er mich einfach hat gehen lassen nach dem Sex und ich versichere ihm, dass das wirklich in Ordnung war, da ich ja selbst gehen wollte. Eine echte Feedbackrunde war das, hatte ich so auch noch nie. Witzig fand ich auch, als er sagte „weißt Du was ich an Dir richtig cool fand? Du hast mal in der Bar noch zu mir gesagt „jetzt halt mal die Klappe“. Ich glaube, das hast Du sogar öfters gesagt. Und das fand ich richtig gut. Das macht Dich sympathisch. Weil ich weiß selbst, ich rede zu viel.“ Wie bitte? Daran konnte ich mich überhaupt nicht mehr erinnern. Aber ja, ich kann manchmal wohl sehr direkt sein, leider merke ich das nur nicht immer.

Dann war es Zeit zu gehen und wir umarmten uns zum Abschied. Er bedankte sich bei mir, dass ich trotzdem nochmal vorbei gekommen bin. Jetzt fühlte es sich richtig an. Es war richtig gewesen, es auszutesten, wie es ist, einen anderen zu treffen. Es war richtig, Mr. Nase nochmal zu sehen und ihm nicht eiskalt per WhatsApp einen Korb rüber zu werfen. Und es war richtig gewesen, nicht nochmal mit ihm rumzumachen. Alles richtig gemacht. Zumindest an diesem Abend.

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Inventur

In den Tagen nach meinem Skitrip melden sich diverse Männer bei mir und wollen den Kontakt wieder aufnehmen:
– der Tennislehrer bekommt eine höfliche Absage. Hätte ich nichts besseres zu tun im Moment, hätte ich ihn vermutlich nochmal getroffen, um mich mit einem Essen für die Tennisstunde zu revanchieren. Ich denke darüber nach, ob ich mich revanchieren „muss“, denn mit der Tennisstunde hat er ja „investiert“ und ich komme zu dem Schluss, dass ich sein „Geschenk“ einfach annehmen kann, es war sein Vorschlag und es war nett mit ihm, hat aber nicht gepasst bzw. haben wir ja kaum miteinander geredet. Daher bedanke ich mich nochmal freundlich und sage ihm, dass ich leider jemand anderes kennengelernt habe zwischenzeitlich.

– der Manager schon wieder … mittlerweile find ich ihn echt zum K… der hat sie nicht mehr alle … alle paar Monate taucht er auf und fragt nach einem Biertrinken, was dann nie stattfindet. Und wer mich Süße nennt ohne Grundlage fliegt eh schon raus

Man
Der Nicht-Zahnarzt hatte im Skigebiet noch geschrieben und gefragt, was wir abends so vorhaben. Im Eifer des Gefechts hatte ich vergessen, darauf zu antworten (nicht schön, ich weiß). Nun fragt er, ob ich nicht Lust hätte auf einen Kaffee in seiner oder meiner Stadt, die ja nicht weit voneinander entfernt liegen. Als wir ihn beim Après-Ski kennengelernt hatten, haben wir festgestellt, dass er früher mal der Vorgesetzte von einer Bekannten war. Meine Ski-Freundin traf diese Bekannte neulich und erzählte ihr von unserer Begegnung mit ihrem Ex-Chef. Und sie so „Was, den habt Ihr getroffen? Wir nannten ihn früher nur „der schöne Nicht-Zahnarzt“, das war voll der Aufreißer-Typ. Jetzt will er sesshaft werden und sucht nach der Richtigen, deshalb geht er auch viel auf Events usw. Der ist definitiv eine gute Partie!“ Daraufhin googelt ihn meine Freundin und sie schickt mir Links von Pressemeldungen, welche neuen Manageraufgaben er übernommen hat und was für ein toller Typ er ist. In der Tat sieht er auch echt nicht schlecht aus. Sie so „Bist Du sicher, dass er nicht küssen kann?! Es ist schade, der hat Dich stark angegraben, ist bindungswillig, will Familie und ist ein interessanter und erfolgreicher Mann usw. Schau ihn Dir doch nochmal an …“ Hm, nein, eher nicht. Schade, dass er nicht der Tänzer ist, das wäre perfekt, aber das Leben ist kein Wunschkonzert.

– Der Schnauzer ist bisher hier nicht in Erscheinung getreten. Er ist ein übrig gebliebener Tinder-Match aus meinem Tinder-Marathon, den ich veranstaltet habe, um über den Steuerberater aka T-Shirt-Mann hinwegzukommen, hatte ihn nur ganz kurz mal am Ende des Berichts über die Knubbelnase erwähnt. Wir hatten schon ein Treffen vereinbart, doch dann hatte er „Kopfweh“ und sagte mir drei Stunden vorher ab, und das erst auf Nachfrage meinerseits, was ich immer ziemlich abtörnend bis unverschämt finde. Ich wollte ihn schon löschen, hielt mich dann aber zurück, denn seither schreibt er immer relativ regelmäßig. Ich bin ausschließlich reaktiv, antworte ihm erst drei Tage später manchmal, frage ihn wenig. Ich kann jedoch nicht leugnen, dass ich ihn auf den Fotos überaus attraktiv finde und er auch einen klugen Eindruck macht.

– Mit der Knubbelnase hatte ich vor dem Skifahren vereinbart, dass wir uns nochmal treffen. Er antwortete und kommunizierte immer sehr sparsam, was nicht darauf hindeutete, dass er übermäßig viel Interesse hätte, also habe ich irgendwann die Konversation auslaufen lassen. Nun meldete er sich aber wieder und fragte nach dem vereinbarten Treffen. Ich hatte eigentlich überhaupt keine emotionalen Kapazitäten, um über andere Männer nachzudenken, ich stehe in halbwegs regem Kontakt mit dem Tänzer und meine Gedanken kreisen ausschließlich um ihn. Dennoch versuche ich rational an die Sache ranzugehen. Warum sollte ich Mr. Nase nicht nochmal treffen? Das mit dem Tänzer ist eine vage Geschichte, bei der es aktuell darum geht den Moment zu genießen. Alles spricht dagegen, dass es was ernsthaftes werden könnte, im Gegenteil es ist eine überaus labile Geschichte. Wäre es nicht ein Fehler, sich komplett auf ihn zu versteifen? Er nimmt derzeit sehr viel Raum ein in meinen Gedanken, aber eventuell ist das total überzogen, es gibt keinen vernünftigen Grund sich da innerlich so reinzustürzen. Vielleicht wäre es sogar besser für mich, wenn ich weiterhin einfach offen durchs Leben gehe und schaue, was sich so ergibt? Dann kühle ich innerlich vielleicht ein bisschen ab, was den Tänzer angeht. Erst recht, wenn bereits bestehende Kontakte anklopfen, warum sollte ich diese kategorisch ablehnen? Pete sagte auch neulich „mach einfach so wunderbar weiter wie in den letzten Wochen“ … kann ich das überhaupt? Ich wollte es zumindest ausprobieren…

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After Ski Pläne

Nach ein paar Tagen hin-und-her Geplänkel, wo wir Belanglosigkeiten austauschen und er mir seine Go Pro Aufnahmen aus dem Tiefschnee abseits der Piste schickt, sind die letzten Worte vom Skihasi „Danke für die schönen Stunden“. Gleichfalls Danke, denke ich mir, und dass das doch ein guter Abschluss wäre, um den Kontakt zu beenden. Also schicke ich ihm nochmal das Foto, auf dem wir uns umarmen und schreibe dazu, „Ja, das waren schöne Stunden!“ Postwendend kommt von ihm ein „haha, sitze gerade in einem trockenen Meeting und dann das Bild!“ und ich antworte „ich denke auch schon den ganzen Tag daran, wie schön das Leben sein kann“ und er „hör sofort auf, sonst tauchen noch konkretere Bilder vor meinem inneren Auge auf ;)“. Wir schreiben hin und her und es macht Spaß mit ihm zu texten, ich mag seinen Stil. Es wird ernsthafter und wir tauschen uns darüber aus, ob wir uns wiedersehen wollen und ob wir das überhaupt sollten oder besser nicht.

Ich kann nicht sagen, wer die treibende Kraft bei dem Ganzen ist, ich meine jedoch, dass es einen Tick mehr von ihm ausging, aber natürlich gehören zwei dazu. Ich frage ihn, ob es nicht besser wäre, es im Alpendorf zu belassen. Seine Antwort „Ja, solltest Du es zulassen, dass ich Dich nochmal sehe, macht es das gewiss nicht leichter, für mich, für Dich, allgemein. Ist rein rational also vermutlich dumm das zu tun … aber die dümmsten Bauern ernten … der Spruch passt nicht, egal, aber man lebt nur einmal“. Er will mich in meiner Stadt besuchen kommen. Das will ich aber nicht. Ich will ihm (noch) nicht meine Welt zeigen, und an meinem Wohnort Erinnerungen schaffen. Wir einigen uns darauf, dass wir uns irgendwo in der Mitte treffen. Er fragt, ob wir gleich ein ganzes Wochenende planen sollen oder ob mir das zu viel ist, und ich mache eine Nacht daraus, was er mit einem „Frechheit“ quittiert. Es stehen zwei Städte zur Auswahl. „Aber ist es wirklich wichtig, wo wir uns treffen? Neben Dir doch nur schmückendes Beiwerk“. Er fügt noch hinzu: „Ich kann nicht dafür garantieren, dass ich in den nächsten Wochen eine ausgewogene Emotionalität habe mit dem klaren Wissen darüber was ich selbst will. Ich werde Dich nicht im Ungewissen darüber lassen. Will auch nicht mit Dir spielen. Dich benutzen, um meinen Stolz aufzupolieren oder mich zu rächen. Sondern würde mich einfach freuen, Dich wiederzusehen um den Moment einzufangen… Also wann kannst Du? Kannst auch erstmal sacken lassen. Will Dich nur etwas nerven ;)“ Ich muss es nicht sacken lassen und er nervt auch nicht, ich will!

Warum will ich? Auch ich will den Moment einfangen. Ich habe Hunger. Nach Leben, nach ihm, nach Nähe, nach Intensität, nach Sex und zwar solchen wie gehabt. All der Tinder und restliche Scheiss der letzten Jahre zusammen genommen hat nicht für so viele schöne Gefühle gesorgt wie zwei Nächte mit ihm. Ja, es war eine tolle, außergewöhnliche Begegnung, ein großes Geschenk, ihn getroffen zu haben. Und ja, alles was jetzt kommen könnte, wäre kompliziert. Definitiv nicht so, wie ich es mir für mich gewünscht hätte. Er wohnt weit weg, ist gebunden, hat ein Kind und befindet sich in einer Lebenskrise, da seine Frau ihn seit einem Jahr betrügt. Ich weiß nicht viel von ihm, ich weiß nichts über seine Beziehung und sein Familienleben. Aber ich bin neugierig auf den Menschen – abseits von Skipiste, Tanzfläche und Bett. Ich möchte ihn nochmal erleben, nochmal sehen, einen besseren Eindruck von ihm gewinnen. Ich hatte es in den Kommentaren erwähnt, ich weiß noch nichtmal richtig, wie er bei Tageslicht aussieht. Vielleicht sehe ich ihn und lerne ihn ein bisschen kennen und die ganzen Emotionen werden sich relativieren. Oder auch nicht. Ich möchte es herausfinden.

Was ist mit der Frau und mit dem Kind? Also, die Frau hat genug Dreck am Stecken, sie tut mir also nicht leid. Das Kind schon. Ich hatte ihm bereits gesagt, er soll an der Beziehung festhalten, wenn es irgendwie geht. Aber ist ein Kind glücklich, wenn die Eltern unglücklich miteinander sind? Und was ist mein Beitrag? Bin ich wirklich mitverantwortlich, wenn seine Beziehung den Bach runter geht? Ich denke nicht. Wenn eine Beziehung am Ende ist, ist sie am Ende. Normalerweise würde ich sagen, erst klare Verhältnisse schaffen, ich mache mich nicht zum Komplizen! In seiner Situation sehe ich das anders. Ein Dritter macht den Exit vielleicht leichter, okay, aber wenn jemand gehen will in seiner Situation, will er sowieso gehen, der Auslöser wäre ich sicher nicht. Ein Jahr lang betrogen werden ist ein starkes Stück. Ich muss gestehen, ich solidarisiere mich ein wenig mit ihm, da ich seine Situation kenne. Natürlich poliert es sein Ego auf, wenn er jetzt ebenfalls fremd geht (falls man das in seinem Fall so nennen kann, ich weiß nicht, was der Deal mit seiner Frau ist, ob sie es weiß oder nicht …), das gönne ich ihm und ein kleiner, mieser, niederträchtiger Teil in mir denkt sich, das sei sein gutes Recht, denn ich weiß wie sehr man am Boden ist und wie sehr das Selbstbewusstsein leidet, wenn man betrogen wird. Aber wer weiß, möglicherweise tut es der Beziehung vielleicht auch gut, wenn er sich jetzt ebenfalls „abreagiert“, dann wären sie quit, er hätte es „heimgezahlt“ und könnte sich vielleicht eher wieder auf seine Frau einlassen? Vielleicht wird er attraktiver in ihren Augen, wenn sie merkt, da gibt es andere Frauen, die ihn toll finden? Wer weiß das schon und wer weiß was die Zukunft den beiden bringt, ob mit mir oder ohne mich. Alles reine Spekulation. Aber Fakt ist, es sind so viele Einflussfaktoren die über Gedeih und Verderb der beiden entscheiden, ich glaube aktuell bin ich da von nachrangiger Bedeutung.

Und erstmal geht es um ein Treffen. Was könnte danach kommen? Bei der Entfernung und den Verpflichtungen sicher nicht mehr als ein Treffen im Monat, wenn es hochkommt. Aber ich habe keine Lust, jetzt schon 10 Schritte im Voraus zu denken. Ich lebe jetzt. Ich werde langsam alt. Vielleicht ist es die Midlife Crisis, aber ich möchte nicht vernünftig sein in diesem konkreten Falle, denn dann könnte ich mich gleich ins Grab legen und vor Langeweile sterben oder weitertindern, was gefühlt auf das Gleiche hinausläuft. Und was ist mit meinem Selbstschutz, am Ende bin ich der Depp und es wird doch sicher wieder Geheule geben? Ja, wird es. Mit Sicherheit. Aber zum einen weiß ich mittlerweile, dass man von Liebeskummer nicht stirbt. (Das schlimmste habe ich schon lange hinter mir, das könnt ihr mir glauben). Und zum anderen kann ich dann immerhin sagen, ich habe gelebt und mitgenommen was geht. Die Höhen und die Tiefen – the good, the bad and the ugly.

 

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Skifoan is des leiwandste! (3)

Nach unserer ersten Nacht tauschten mein Skihasi-Tänzer und ich Nummern aus und haben dann zusammen mein Hotel wieder verlassen – ich um nach meiner Freundin zu suchen und er um in sein Hotel zu seinem Kumpel zurück zu gehen. Bereits nachts noch schreibt er mir, dass er mich nicht hätte alleine lassen sollen auf den Straßen und ob ich meine Freundin gefunden hätte. Am nächsten Morgen schreibt er wieder und gibt Bescheid, dass er bald auf die Piste geht mit seinem Freund. Meine Freundin ist am Abend zuvor dann erst spät so gegen 2 Uhr heim gekommen, nachdem sie eine gute Zeit mit dem Bubi gehabt hatte. Wir sind müde und lungern daher noch etwas im Zimmer und beim Frühstück rum und nehmen nur die Halbtageskarte, wir wollen uns nicht verausgaben. Doch dann ist Kaiserwetter und das Skigebiet unbeschreiblich schön. Wir sitzen im Skilift und sind geflasht von der Landschaft und von dem was wir schon so alles erlebt haben auf diesem Kurztrip – das Leben ist so schön! Der Skihasi und ich schreiben ein paar Mal hin und her, wollen uns auf dem Berg auf einer Hütte treffen, das klappt aber nicht, also vereinbaren wir, uns unten im Tal zu treffen abends.

Ich schicke ihm alle Fotos und Tanzvideos, die meine Freundin letzte Nacht gemacht hat, es ist ein sehr schönes Bild dabei, wie wir uns umarmen und unser erster Kuss ist sogar auf Video verewigt (er hält mich fest und ich sitze mit gegrätschten Beinen um seine Hüfte in der Luft hängend). Er schreibt, dass er mich unbedingt nochmal sehen will. Gleichzeitig eiert er ein bisschen rum, von wegen, er kann seinen Kumpel nicht vernachlässigen und nicht so lange alleine lassen usw. Wir treffen uns beim Aprés-Ski zu viert, wir beide mit jeweils unseren Freunden. Als ich den Kumpel sehe, bin ich überrascht. Irgendwie hatte ich ihn mir anders vorgestellt, aber der Junge ist überaus hot. (Habe ich da etwa den falschen Freund erwischt? Nee Scherz, beide sind heiß und meine Freundin war ganz angetan vom Kumpel). Wir gehen erst was trinken, die Jungs geben die erste Runde aus, ich unterhalte mich mit dem Freund während meine Freundin sich mit meinem Tänzer unterhält. Der Kumpel macht echt einen sehr coolen und netten Eindruck. Plötzlich kommt der Tänzer zu mir und sagt „nimm mal Deine Jacke und komm mit raus“.

Hm, okay, ich nehme meine Jacke und wir gehen raus. „Ich muss Dir was sagen. Deine Freundin hat mich gerade gefragt, ob ich Kinder habe und da habe ich gedacht, ich kann ihr nicht sowas erzählen und Dir nicht. Wir beide haben gestern nicht viel gesprochen, wir hatten Spaß und haben einfach den Moment genossen, das war schön aber das war gestern und heute ist ein anderer Tag. Und jetzt da es angesprochen wurde, kann ich nicht so tun als wäre da nichts. Also ja, ich habe eine kleine Tochter und ich bin verheiratet. Ich habe vor kurzem erfahren, dass meine Frau mich seit einem Jahr betrügt. Jetzt weiß ich nicht mehr, wie es weiter gehen soll, was ich selbst will und wie sich die Dinge entwickeln werden. Also ich kann Dir nichts versprechen, Du wohnst außerdem weit weg. Aber wer weiß was sich ergibt, vielleicht trenne ich mich und dann kann ich vielleicht in Deine Stadt ziehen. Aber jetzt heute ist es erstmal vorbei, ich kann das nicht. Ich bin noch aufgewühlt von gestern, ich denke die ganze Zeit an Dich und habe Bilder in meinem Kopf von gestern. Aber ich kann heute nicht weiter machen damit, das geht nicht.“

Hm okay. Ich hatte am Abend zuvor mit Absicht nicht die ganzen sonst üblichen Vorstellungsgespräch Fakten abgeklopft. Ich wusste nicht, wie alt er ist, was er arbeitet und ich wollte glaube ich auch nicht wissen, ob er gebunden ist oder nicht. Auch wenn ich sonst manchmal ein Moralapostel bin und Betrügereien nicht unterstütze (aus mehreren Gründen, aus Selbstschutz, weil ich es für eine Charakterschwäche halte und auch weil ich weiß, wie man sich als die Betrogene fühlt), am Tag zuvor waren wir bzw. ich in so einem geilen Flow und so aufgedreht, dass ich gar nicht daran gedacht bzw. es ausgeblendet habe, dass ich nichts über seine Lebenssituation weiß. Schließlich waren wir beim Après-Ski, und das ist auch für viele Familienväter und -mütter eine Flucht aus dem Alltag, wo sie die Sau rauslassen. Die Wahrscheinlichkeit war sehr hoch, dass man sich nie wieder sieht, jeder geht zurück in seinen Alltag und what happens in se Alpendorf stays in se Alpendorf. Nun war ich aber mit den Fakten konfrontiert. Sollte mich das stören? Nein, ich wollte eine Wiederholung der letzten Nacht, mehr nicht. Ich sagte ihm also, dass ich es verstehe, und dass er es wissen muss, ob er dann den Abend fortsetzen will mit mir oder nicht. Ich erzählte ihm auch ein bisschen von meiner Geschichte, dass ich auch mal die Betrogene war und dass es lange gedauert hat, bis ich wusste, dass ich nicht mehr in der Beziehung bleiben kann/will.

Wir gingen wieder zurück in die Bar und ab da war die Stimmung komisch. Ich versuchte, ihn wenigstens zu umarmen, doch er blockte ab und entschied, dass er jetzt gehen will und wollte seinen Kumpel schnappen und abhauen. Blöderweise machte sein Kumpel nicht mit („Nö, ich will nicht gehen. Ich bleib hier mit den Mädels.“). Also rauschte er ziemlich plötzlich alleine ab, sagte nicht mal richtig Tschüss und ließ uns mit seinem Freund alleine. Ich war not amused. Was war das denn für eine kindische Aktion? Zuvor sagte er zudem noch, dass er gar nicht darauf aus war und es nicht darauf angelegt hätte. Jedoch hatte er mich am Abend zuvor zum Tanzen aufgefordert und dann auch gefragt, ob wir woanders weitermachen wollen. Sehr ambivalent. Ich war enttäuscht über diese abrupte Wendung, ich hatte mir den Abend anders vorgestellt. Außerdem nervte es mich, dass der Freund noch mit uns rumhing. Der sollte sich verziehen, mit dem im Schlepptau konnte man ja auch keine neuen Männer aufreißen. Ich sagte das alles meiner Freundin und sie versuchte mich zu beruhigen. „Der Freund ist sehr nett, ich finde es toll von ihm, dass er noch bei uns geblieben ist, der soll ruhig bleiben. Und Dein Typi, der kommt schon wieder. Der ist überwältigt von allem, dem war es gerade zu viel. Der mag Dich, er mag Dich wirklich. Das sieht man, wie er Dich umarmt und wie er Dich anschaut.“

Okeeeeee, dann blieben wir eben noch. So richtig Spaß hatte ich nicht mehr. Es tat schon irgendwie auf eine komische Art weh, aber wieso eigentlich, warum war ich traurig? Vor 24 Stunden kannte ich ihn noch nichtmal und so war es eben – wie gewonnen so zerronnen. Ich wollte mich ablenken und das schnell überschreiben und dabei störte mich der Kumpel. Ohne den hätten wir weiter ziehen und nach anderen Jungs Ausschau halten können. Nach einer Weile juckte es mich und ich schrieb dem Tänzer und fragte wo er sei. Er war im Hotel. Ich fragte, ob er wiederkommen möchte und wir eine Runde an der frischen Luft drehen und reden wollen. „Nein, wenn dann will ich knutschen.“ 10 Minuten später war er wieder da und wiederum 5 Minuten später sagte er, „wir sollten jetzt gehen“. Ich besprach mich kurz mit meiner Freundin, ihre Antwort war „ich gebe Euch mindestens zwei Stunden“ und ich wusste sie ja beim Kumpel in guten Händen. Sie mochte ihn, auch wenn er nicht mehr zu haben war (Frau und Kinder) und erfreulicherweise auch keine Anstalten machte ihr näher zu kommen.

Wir nahmen ein Taxi zu meinem Hotel, der Tänzer kannte sich dort ja schon aus, und wir feierten uns und genossen die Nacht in vollen Zügen. Es war wieder unbeschreiblich schön. Aufregend, innig, zärtlich, geil, liebevoll, fordernd, vertraut, leidenschaftlich, intensiv, selbstverständlich, natürlich. Unsere Körper harmonierten perfekt. Ich mochte alles an ihm, alles an seinem Körper schien perfekt, wie für mich gemacht. Sein Hals, sein Nacken, seine Lippen, die Haut, der Geruch, der Griff in seine Haare, die Schultern, das Schlüsselbein, die Brust, der Rücken, die Arme, die Hände, sein Bauch, die Hüften, der Arsch, die Beine und natürlich auch die Teile dazwischen, alles war überaus erfreulich zu sehen, zu spüren und zu schmecken. (Ok, seine Füße habe ich mir nicht näher angeschaut, die waren meistens viel zu weit weg.)

Irgendwann kam eine Nachricht von meiner Freundin, sie würde jetzt mit dem Kumpel in das Hotel der Jungs gehen und dort bleiben, wir hätten also die Nacht für uns. Wir waren beide hocherfreut, auch wenn uns die Nachricht wunderte. Wir mussten uns aber beide überreden, dass es besser wäre, wenigstens ein bisschen zwischendurch zu schlafen. Er versuchte, mich „maximal zu umarmen“, sodass möglich viel von seiner Haut auf meiner Haut lag, das fand ich so schön!! (Gedanklicher Exkurs: Und ehrlich, wir wussten nicht, ob wir uns je wiedersehen würden, eigentlich war klar, dass es eine einmalige Sache sein wird und sobald die Nacht beendet wäre, jeder wieder zurück in seine Welt geht. Trotzdem kann der Sex mit einem Fremden schön und erfüllend sein, und mir wurde wieder einmal klar, das was die meisten Männer veranstalten, ein geschäftsmäßiges Entladen bei dem ich mich fühle wie ein Objekt, an dem sich jemand abreagiert, darauf habe ich keine Lust. Sag niemals nie, aber entweder ich und auch der andere sind mit Gefühl und Leidenschaft dabei, oder es gibt gar keinen Sex mehr! Alles andere ist doch zu deprimierend. So verzweifelt kann man doch gar nicht sein!? Oh doch, kann man, Losti, kann man, werd nicht übermütig, erinnere Dich an den Sympathischen z.B. oder daran wie Du dem Kiffer hinterhergehechelt bist … außerdem weiß man das doch vorher gar nicht … probieren geht über studieren … und solcher Sex ist eine absolute Ausnahmeerscheinung … Exkurs beendet …)

Nach ein oder zwei Stunden waren wir wieder wach und vögelten im Halbschlaf weiter, oh wie ich das mag! Dann schliefen wir wieder ein bisschen und wieder machten wir weiter, bis es begann heller zu werden draußen. Meine Freundin schrieb „mache mich jetzt auf den Weg“ und ich bat sie inständig, noch zu warten, ich wollte nicht aufhören. Der Gedanke, dass sie bald im Zimmer stehen würde, machte mich etwas unentspannt, daher sagte ich, dass wir es jetzt gut sein lassen sollen und einfach noch ein bisschen kuscheln die letzten Minuten. Das wollte aber der Tänzer nicht (mehr) und wir schliefen noch ein letztes Mal miteinander, danach sprang er auf bzw. ich scheuchte ihn und er war in gefühlt zwei Minuten fertig angezogen und zur Tür raus, das fand ich ein bisschen abrupt und unbefriedigend, da wir uns gar nicht richtig verabschieden konnten, aber er wollte anscheinend bis zur letzten Sekunde penetrativ (oder penetrierend? Penetrant?) mitnehmen was geht. Ich zog mir schnell den Bademantel über und sprang zum Balkon von wo aus ich ihm noch hinterher winkte. Die Sonne blendete mich, mir kamen die ganzen Hormone schon zu den Augen raus. In dem Zimmer roch es wie im Puff, ich wollte lüften und noch schnell die ganzen leeren Kondomhüllen aufsammeln, die ums Bett verstreut herum lagen, bevor meine Freundin kam.

Meine Freundin kam etwa zwei Minuten später, ich sah sie ebenfalls vom Balkon aus, mit ihrer grellen Skijacke, sie trug einen Kaffeebecher in der Hand (Frechheit, mir hatte sie keinen mitgebracht). Der Freund hatte sie heim begleitet und als sie den Tänzer kurz vor dem Hotel trafen, hatten sie und er sich sozusagen die Staffel in die Hand gegeben. Wir duschten, gingen zum Frühstück und wieder hoch auf die Piste. „Unsere Jungs“ reisten an dem Tag ab, wir blieben noch, machten aber die restlichen Abende Wellness und Apfeltee trinken im Zimmer. Der Tänzer schrieb mir brav und erkundigte sich nach uns, ich stellte ebenfalls ein paar Höflichkeitsfragen und schickte Fotos aus dem Schnee. Es sah trotzdem danach aus, als würde sich die Konversation nun gepflegt „auslaufen“, was aber okay für mich war, denn das fühlte sich „rund“ an, keine Störgefühle. Schöne Stunden im Alpendorf und das war‘s. Jedoch ist das noch nicht das Ende …

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Skifoan is des leiwandste! (2)

Unser erster Skitag verlief nicht so prickelnd. Das Wetter war schlecht, es hat geschneit und wir hatten kaum Sicht. Außerdem stellte ich mich an wie der erste Mensch auf Brettern, die mangelnde Übung machte sich bemerkbar. Wir hielten aber tapfer durch bis die Lifte zu machten und als wir wieder unten im Tal waren, sehnte ich mich nach ein bisschen Wellness und dann Chillen im gemütlichen großen Bett, jede von uns hatte ja eins für sich alleine. Meine Freundin jedoch trieb mich an, gleich wieder das Hotel zu verlassen, nachdem wir uns umgezogen hatten und wir peilten die zweite Après-Ski Location im Ort an.

Hier war die Hölle los, es war viel zu voll, ich hasse Gedränge, man bekam kaum Luft, es wurde geraucht, und es gab kein Durchkommen, so eng war es. Man kam nicht mal richtig an die Theke ran, um sich ein Getränk zu holen. Das hat echt keinen Spaß gemacht. Wir kämpften uns durch und verzogen uns in einen anderen Bereich, eine Art Séparée das auf dem Weg zum Klo lag. Hier gab es auch eine Bar, und schnell kamen wir mit dem süßen Kellner ins Gespräch sowie mit einer Gruppe amerikanischer Frauen und Männer. Die Musik war heute ganz gut, eher Dance Hits als Après-Ski Hits bzw. eine gute Mischung. Immer wieder sprachen uns ein paar Leute an, wir tanzten auch ein bisschen, alles in allem aber war es nur so mittel unterhaltsam. Ein netter junger Mann (optisch sah er aus wie 12, es stellte sich aber später raus er war 31) kam mit meiner Freundin ins Gespräch und hatte noch weitere Freunde dabei, die ganz nett waren, aber weiter nicht interessant. Ein gutaussehender tätowierter Typ sprach mich an, doch schnell merkte ich, der hatte den IQ von einer Ameise. Ich ging aufs Klo um vor ihm zu flüchten und auf dem Rückweg tänzelte ich so vor mich hin zur Musik, als mich der Tänzer aufhielt und mir die Hand reichte.

Der Tänzer war zuvor schon an mir vorbei gelaufen und wir hatten kurz miteinander gesprochen. Erfreulich auch bei ihm, dass er Null betrunken wirkte. Nun tanzten wir also zusammen und ziemlich schnell wurde es ziemlich sportlich, den er hob mich hoch und wirbelte mich umher, so Rock‘n‘Roll mäßig. Er schwang mich von Hüfte zu Hüfte und drehte mich im Kreis. Es machte einen Riesenspaß. Dann hob er mich hoch mit Schwung und wollte glaube ich zu einer Hebefigur ansetzen, aber da er ziemlich groß und die Holzdecke in der Hütte sehr niedrig war, donnerte er mich mit dem Kopf volle Kanne gegen die Decke. Aua. Er entschuldigte sich vielmals, mir ging es aber eigentlich ganz okay, also schön war es nicht, das gab dann eine fette Beule später. Die Endorphine aber sorgten dafür, dass ich gleich weiter tanzen wollte, aber diesmal wegen der besseren Deckenhöhe in dem Bereich, in dem sich meine Freundin und die anderen aufhielten.

Ooh, leah heah heah — ooh, leah heah heah — ooh, leah heah heah …
And we danced
And we cried
And we laughed
And had a really, really, really good time
Take my hand, let’s have a blast
And remember this moment for the rest of our lives

Nach ein oder zwei Liedern verabschiedete sich der Tänzer, er müsse kurz nach seinem Kumpel schauen, außerdem habe er Herzrasen von meinem Tempo und müsse sich kurz ausruhen, er würde aber gleich wieder kommen.

Ich wollte mich auch ein bisschen ausruhen und setzte mich auf die Bank neben unserer kleinen Tanzfläche. Dann kam meine Freundin:
„Wahnsinn, wie ihr getanzt habt, krass. Aber was machst Du jetzt alleine hier?“
„Ich warte darauf, dass der Kerl wieder kommt.“
„Haha, der kommt nicht mehr wieder, den hast Du fertig gemacht! Hast Du gesehen, wie der ausgeschaut hat, schweißgebadet war der, der ist doch beinahe kollabiert, vergiss es, der kommt nicht mehr wieder!“
„Hm. Okay, dann gehe ich ihn eben suchen …“

Ich ging los Richtung große Tanzfläche, denn der durfte mir nicht abhauen, ich wollte unbedingt nochmal mit ihm tanzen! Außerdem gefiel er mir wirklich gut! Ich musste ihn jedoch gar nicht lange suchen, denn auf halbem Weg kam er mir entgegen und hob mich zur Begrüßung wieder hoch in die Luft und drehte mich im Kreis. Wir machten gleich da weiter, wo wir aufgehört hatten.

Welcome to St. Tropez
Woah, party now
Spending money in a large amount
Hands in the air make you scream and shout
When we’re in St. Tropez

Es bildete sich ein Kreis um uns, wir waren ein Entertainment für alle Anwesenden. Meine Freundin filmte, d.h. es gibt jetzt ein paar Videos von unserer Show. Später fragten uns die umstehenden Leute „Wie lange habt Ihr das einstudiert?“, „das war ja besser als Dirty Dancing!“ usw.

Mitten im Tanz hob er mich hoch, ich umklammerte mit gegrätschten Beinen seine Hüften und schlang meine Arme um seinen Hals. Dann hielt er mich am Rücken fest und beugte seinen Oberkörper über meinen hinunter bis meine Haare quasi fast den Boden putzten. In dieser Position – ich war völlig wehrlos, da quasi im Kopfstand schwebend – küsste er mich nieder. Mann war das geil!!! Um uns herum Applaus und Gejohle.

Wir konnten nicht genug voneinander bekommen und unser Tanzen ging langsam aber sicher über in reines Rummachen bis er irgendwann sagte „ich finde, das sollten wir woanders fortsetzen“ und ich sagte „das finde ich auch“. In seinem Hotelzimmer schlief bereits sein Kumpel, also war das keine Option, daher klärte ich kurz die heutige Bumslogistik mit meiner Freundin ab. Sie unterhielt sich gut mit dem Bubi und hatte nichts dagegen, alleine mit ihm dort zu bleiben erstmal, also tranken der Tänzer und ich noch was und zogen dann los in mein Hotel. (Kleiner Exkurs: Ich hatte exakt 4 Kondome eingepackt für die Reise und dabei fiel mir auf, dass in ein paar Monaten das Mindesthaltbarkeitsdatum ablaufen würde. Ist das nicht traurig? Dass ich Kondome so lange unbenutzt lagere? Zum Glück habe ich sie noch rechtzeitig ihrer Verwendung zuführen können).

Im Hotel angekommen fackelten wir nicht lange rum, es ging gleich zur Sache. Was dann passierte, ist für mich immer noch unfasslich. Es war zwar unsere Premiere, aber es war so als hätten wir dafür intensiv geübt, wie bei einer einstudierten Choreographie passten jede Bewegung und jedes dadurch ausgelöste Gefühl perfekt zueinander. Es fühlte sich aufregend und leidenschaftlich an, wie ein erstes Mal und gleichzeitig so vertraut als würden wir uns schon ewig kennen. Es passte so krass zwischen uns, dass lässt sich gar nicht erklären, es war ein 110% Match. Und das Schöne ist, ihm ging es genauso, das war sichtbar und spürbar. „Wie kann das sein, dass das so ist mit Dir, wie lange kennen wir uns jetzt, drei Stunden?“ Nach dem ersten Mal war es noch nicht vorbei, es ging noch zwei Mal weiter, und er konnte selbst nicht fassen, dass er dazu in der Lage war „Was machst Du nur mit mir? Ich zittere am ganzen Körper.“ 

Irgendwann fragte meine Freundin per WhatsApp, wie die Lage sei und ich bekam ein schlechtes Gewissen und konnte mich nicht mehr entspannen. Ich schrieb ihr, dass die Luft bald rein sei und sie kommen kann, doch sie schien keinen Empfang zu haben, da entschied ich, dass ich zusammen mit dem Tänzer in Richtung Ort laufen werde und meine Freundin suche. Wir verließen also das Hotel wieder gemeinsam und mussten beide nur mit dem Kopf schütteln und lachen über unsere unglaubliche Performance. Wir tauschten Nummern aus, und stellten fest, dass er sich zwar nicht mehr an meinen Namen erinnern konnte, mich aber am nächsten Tag unbedingt wieder sehen wollte.

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Skifoan is des leiwandste! (1)

Was für ein Kurzurlaub, ich bin körperlich ziemlich erledigt: ohne Übung die steilsten Pisten runtergebrettert, ausgelassen getanzt und gefeiert, das Gehirn rausgevögelt und für meine Verhältnisse auch ziemlich viel gesoffen. Dafür kaum geschlafen und wenig gegessen. Habe Hals-, Muskel- und Rückenschmerzen, kann die blauen Flecken von meinen beiden Stürzen nicht mehr zählen und bin auch vaginal ziemlich beansprucht. Es war mega! Ich bin immer noch ziemlich high von den ganzen Erlebnissen und lasse gerade alles nachwirken, was so passiert ist.

Wie heißt es so schön in diesem einen Kalenderspruch? „Das Leben sollte keine Reise sein, mit dem Ziel, attraktiv und mit einem gut erhaltenen Körper im Grab zu kommen. Vielmehr sollte man seitwärts hinein rutschen – in der einen Hand Champagner und in der anderen Schokolade, mit einem Körper, der völlig verbraucht und abgenutzt ist und dabei schreit man ein letztes Mal „JJi-Ha, was für eine geile Fahrt!“

Ich werde in Etappen darüber berichten, denn es gibt viel zu erzählen …

Nach einer ewig langen Fahrt kommen wir endlich abends in dem kleinen Alpenort an. Wir sind zu viert unterwegs, ein Pärchen, eine Single Freundin und ich. Unsere Pärchen-Freunde werden wir nur beim Frühstück und auf der Piste sehen. Bereits am ersten Abend will meine Freundin zum Après-Ski. Während also unsere Freunde schön ins Sternelokal speisen gehen, holen wir uns ein abgepacktes Sandwich von der Tanke, werfen unsere Koffer ins Zimmer und ziehen anschließend los in die erste von drei Après-Ski Hütten am Ort. Ich hatte bis dato das Konzept „Après-Ski“ noch nicht ganz verstanden. Früher war ich immer mit meinem Freund in größeren Gruppen beim Skifahren, da hatte ich noch nicht so den Blick dafür, was da abgeht und stand ja auch nicht zur Verfügung. Aber ich sag‘s Euch, Tinder ist ein Scheiss dagegen. Ich rate jeder bedürftigen Frau, ein Après-Ski Lokal aufzusuchen. Zu Hause ist das Weggehen ja anstrengend, man muss sich hübsch herrichten, sich umgucken, sich schön hinstellen, nett lächeln, Blicke und Haare werfen, die Jungs abchecken und die Konkurrenz ist immer auch mit dabei. Beim Après-Ski muss man überhaupt nichts machen. Man stellt sich einfach hin wie man ist, verschwitzt, zerzaust und in Ski Klamotten und die Jungs kommen von alleine an wie die Fliegen. Man hat die freie Auswahl und kann fast schon abzählen („Du, Du, Du und/oder Du, mitkommen! Er hier um 9 Uhr, der da um 10 und der nächste kommt auf die Reserveliste“). Erstaunlicherweise viele gute Typen, wenig Assis. Und man muss auch kein Geld mitnehmen, ständig bekommt man ein Getränk spendiert. Fabelhaft! Was habe ich die letzten Jahre im Winter nur gemacht?!

Wir betreten also die erste Lokalität und mein erster Eindruck ist fürchterlich, am liebsten wollte ich auf dem Absatz wieder kehrt machen. Sofort landen die geifernden Blicke der anwesenden Herren auf uns, es ist unangenehm. Diese hirnverbrannten Lieder sind zudem nüchtern kaum zu ertragen, ähnlich wie beim Karneval nur noch schlimmer. Und ich rede hier nicht von „Atemlos“ oder „Tagen wie diesen“, das wäre ja schon schlimm genug aber zwischendurch geht es noch eine Etage tiefer mit „wie heißt die Mutter von Niki Lauda? Mama Lauda Mama Lauda“ oder „Depp Depp Depp Johnny Depp Depp Depp“. Nicht zu vergessen „Polka Polka Polka, der Peter und die Olga“ oder „Ich hab ne Zwiebel auf dem Kopf, ich bin ein Döner“. Zudem gibt es in Österreich kein Rauchverbot, das heißt in diesen Kneipen wird man eingeräuchert wie ein Aal, ich wollte sofort nach einer Atemmaske verlangen, abgesehen davon, dass ich Angst hatte in dem Gedränge ein Kippenbrandmal abzubekommen. Ekelhaft war das. Wenn man sich aber darauf einlässt und dafür sorgt, dass man nie ausnüchtert, kann es wirklich Spaß machen.

Wir holten uns erstmal einen Drink und sofort kamen die Typen aus allen Ecken und sprachen uns an. Meine Freundin entschied, dass wir an einem Tisch stehen bleiben mit drei Freunden, von denen sie einen für gut aussehend genug erachtete, mit uns zu sprechen. Er war sehr nett und sympathisch und ich fragte ihn, ob er Zahnarzt sei, denn er hatte ein weißes Poloshirt und strahlend weiße Zähne. Mein zweiter Tipp war Tennisspieler. Aber nein, er hatte zwear mal semiprofessionell Tennis gespielt, arbeitete aber als Manager für eine große Luxushotel-Kette. Es stellte sich heraus, dass er in der Nachbarstadt wohnte, unter der Woche aber für seine Hotels um die Welt jettete. Während wir uns unterhielten kam meine Freundin mit einem seiner Freunde ins Gespräch, es sah nach einer Höflichkeitskonversation aus und sie signalisierte mir, dass ihr langweilig sei. Der dritte Freund war schon total hinüber und lag auf der Bank, den Kopf nach hinten gekippt mit glasigen Augen. Ich fand den Nicht-Zahnarzt sehr nett und attraktiv, und ich fand es gut, dass er gar nicht betrunken war, denn er musste wohl noch fahren. Wir unterhielten uns weiter und er preschte auch ziemlich vor und fasste mich schnell an am Arm und an den Hüften usw., wir küssten uns und ab da war ich nicht mehr so begeistert. Seine Lippen fühlten sich seltsam an, so leblos irgendwie, ich kann es gar nicht beschreiben. Wie wenn man versucht mit zwei dickeren Scheiben Fleischwurst zu küssen. Wirklich schade, denn er schien sehr angetan von mir. Es war mir fast zu viel. Er fragte schon, ob ich mit ihm zusammen heim fahren will, oder ob wir mal Frühstücken gehen in seiner oder meiner Stadt. Er fragte, ob ich Lust hätte, mit ihm mal in eines seiner Hotels nach London oder Paris zu fliegen usw. Er betonte mehrmals, dass er so froh sei, mich getroffen zu haben und warum haben wir uns nicht schon viel früher kennengelernt? Er fragte auch wie alt ich sei und ob ich Kinder hätte. „Aber dann kannst Du ja noch welche bekommen!“. Das ist nun schon das zweite Mal, dass ich bei der ersten Begegnung auf dieses Kinderdings angesprochen werde. Über sowas will ich doch nicht reden …

Dann wollen die Jungs gehen und ich freute mich, denn dann können wir zu anderen Männern weiter ziehen. Aber nein, meine Freundin unterhält sich nun doch anregend mit dem Freund sodass ich mich weiter mit dem Nicht-Zahnarzt unterhalten muss. Mittlerweile sitzen bzw. liegen wir auf einer Bank und schmusen. Das ist schön, denn er riecht gut und er liebkost und streichelt mich ganz zärtlich. Es ist allerdings etwas anstrengend, seinen Küssen auszuweichen. Ich gebe ihm maximal Bussis auf die toten Lippen, weiche aber seiner Zunge aus. Immer wieder und immer wieder. Er fragt trotzdem, ob ich mitkommen möchte zu ihm über Nacht, sie hätten ein Appartment mit drei Einzelzimmern. Ich will nicht und hoffe, dass meine Freundin oder seine Freunde mal endlich weiterziehen möchten. Solange lasse ich mich weiter von ihm beschmusen. Irgendwann wird es mir zu viel und ich sage ihm, dass er doch nicht meine Brüste kneten kann vor allen anderen Leuten. „Ist doch egal, es schaut eh keiner auf uns“. Ich muss zugeben, von dem Beschmuse bin ich durchaus etwas feucht geworden und ich denke an Ina und an „vögel was da ist“ und ob es wohl möglich wäre, ohne Küssen mit ihm zu schnackseln. Er gefällt mir ja und riecht auch gut, nur die Lippen mag ich nicht küssen. Endlich beschließen er und sein Freund, der schon die ganze Zeit in der Ecke im Koma liegt, zu gehen und ich will auch gehen. Für meine Freundin ist das in Ordnung, sie will mit ihrem Typen noch bleiben. Ich überlege noch kurz, ob ich mitgehen soll zum Nicht-Zahnarzt oder alleine ins Hotel und entscheide mich, alleine ins Hotel zurück zu gehen. Ich bin ja lernfähig und wenn das Küssen schon nix ist, wird es selten besser. Wir tauschen dennoch Nummern aus.

Ich hatte beim Hotel angefragt, ob wir zwei Einzelbetten bekommen können und daraufhin haben wir ein Upgrade erhalten zu einer Suite mit zwei Doppelbetten und einer Glastüre mit Vorhang dazwischen. Genial! Wir witzelten, dass wir ja nun theoretisch beide vögeln könnten, falls sich was ergeben sollte. Ich hatte mir das hintere Zimmer geschnappt und nachdem ich den Rauchgestank von Körper und Haaren gewaschen hatte, legte mich nun in die Federn, konnte aber nicht einschlafen, da meine Freundin ja noch alleine unterwegs war und ich wusste, dass sie irgendwann auch heim kommen muss, so döste ich nur immer wieder ein und wachte alle paar Minuten auf. Irgendwann um halb 3 oder so kam sie dann heim, mit dem Typen im Schlepptau, sie hatte mich aber per WhatsApp vorgewarnt. Und natürlich haben sie gevögelt, was ja okay war, denn ich hatte zuvor die Verbindungstüre zugemacht. Das Bad war allerdings vorne, so habe ich mir ein bisschen verkneifen müssen, aufs Klo zu gehen, aber ich bin ja eine gute Freundin und freute mich für sie. Zur Not hätte ich vermutlich auf dem Balkon in den Schnee pinkeln können oder so (der Balkon war auf meiner Seite). Um halb 8 kam dann die erlösende Nachricht, dass sie ihn nun rauskomplimentiert hat und ich ging sofort rüber und wollte die ganze Geschichte hören. Sie hatte ein schlechtes Gewissen „Ich bin eine schlechte Freundin, Du Arme!“ Für mich war das aber okay, wir bedürftigen Frauen müssen uns unterstützen. „Aber heute Abend bist Du dran!“ Oh ja, das war ich dann später und wie, da wusste ich es aber noch nicht. Erstmal gingen wir zum Frühstück und dann zum Skifahren …

 

 

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